Vom Rhein in den Main

Montag, 3 Dezember 2018

Kapitel 5
Endlich daheim
am Ufer vom Main
Am Samstag, den 29. September machen wir uns auf den Main, bewältigen die 4 Schleusen wie Routiniers, gleiten als Passierende und Fotografierende auf dem eigenen Boot an Frankfurt, den 150.000 Menschen, die die offizielle Eröffnung des Dom-Römer-Viertels feiern, und an der EZB vorbei bis nach Offenbach. Wie geil und arrogant ist das denn! Offenbacher mit eigener Segelyacht!
Die Offenbacher Schleuse macht uns kein Problem, im Unterschied zu einem 109 m langen Tankschiff …

Die FR schreibt am 23. November 2018:

Am Mittwoch gegen 21.30 h stieß ein Tankschiff, das unter deutscher Flagge aus dem Frankfurter Ölhafen mainabwärts unterwegs war, bei Einfahrt in die nördlich gelegene Schleusenkammer mit der rechten Seite gegen die Kaimauer. Durch die Wucht des Aufpralls driftete der 109 m lange Koloss nach links und krachte mit dem Bug an eine hervorstehende Kante der Schleusenspundwand. Dort riss auf 2 m Länge die Bordwand auf, der Tanker verkantete sich und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Das Schiff hatte ursprünglich Heizöl geladen, war aber leer. Eine Gefahr für die Umwelt bestand somit nicht. Da sich der Riss oberhalb der Wasserlinie befand, war auch ein Sinken des Schiffes ausgeschlossen. Es wurde aber übernacht festgelegt. In den Morgenstunden begann dann die Bergung. Dazu wurde der Main zwischen Offenbach und Mühlheim um 10 cm aufgestaut. Dann wurde auf der rechten Schiffsseite Wasser in einen Tankraum eingefüllt und auf der linken Seite Ballast abgelassen. Dadurch hob sich das Schiff. Um 10.40 h konnte es mit Zughilfe eines Arbeitsbootes vom WSA rückwärts aus der Schadensstelle gezogen werden und durfte seine Fahrt fortsetzen, erhielt aber die Auflage, die Werft in Wesel anzulaufen, um den Schaden reparieren zu lassen. Außerdem müsse der Laderaum während der Fahrt stets auf Wassereintritt überprüft werden.

Wie unser IT-Uli richtig sagt, sie hätten uns lieber anheuern sollen.

Gegen 17 h machen wir am Fluss mitten in der Stadt an einem öffentlichen Liegeplatz fest, feiern mit 10 „Fans“ „Welcome“ an Bord und verbringen die Nacht dort. Für uns einzigartig. Am Sonntagmorgen läuft die Akina in hellstem Sonnenschein in ihren Heimathafen, die ehemalige Schleuse Mainkur, die Anfang der 80er Jahre ihren Betrieb eingestellt hat und nun Sportboothafen ist, ein. Der Liegeplatz ist einfach traumhaft, weil direkt am Main (#1, #2), wo man Rapfen und sogar wieder Zander fangen kann.

Abspann
Hallo Uwe, es war eine schöne und ereignisreiche Zeit auf dem Rhein mit dir. K ein einziges Event wollten wir missen, zumal das Zusammenleben m it dir reibungslos, kurzweilig und entlastend verlief, denn du hast uns, den Unsicheren, den unmittelbaren Handlungsdruck genommen, uns Fahrstunden erteilt, Knoten und Ordnung an Bord gelehrt. Und … wir hatten im Vorfeld alle Notutensilien an Bord und haben sie tatsächlich auch gebraucht: die rote Notfallflagge, den Radarreflektor, ausreichend Schwimmwesten, sogar das Nebelhorn.

Uwes Blogadresse: www.skipper-service-rhein.jimdosite.com

Also ehrlich, so aufmerksame und emotionale Gäste wie gestern hatten wir selten im Leben:

Georg und Yvonne,
wir und auch die Leyhs haben die Stelios-Schweinereien bis auf den letzten Krümel aufgegessen - den rosaroten Fischrogen mit Limone, die Boquerones en Vinagre, den Oktopus, den Parma, den Feta mit Koriander. Dass an Gabeln sowie Sekt und sogar an eine Flasche Bier für Weinverächter gedacht war, war ungewöhnlich sozial, das Baguette hat den verwöhnten Gaumen geschmeichelt. Vor allem aber waren wir froh über eure Gesellschaft, über das herzliche Willkommen und die Unterstützung unseres großen Sentiments am Ende der Reise zum „Heimathafen“ Offenbach. Heute Morgen dann hat Tom beim Bäcker Eifler zwei Laugencroissants geholt …, und wir haben sie mit Stumpf und Stiel, mit Salzbutter und Jugo de Cana in uns hineingezogen.

Jörg und Anna, der Sekt-Sixpack als „Mitbringsel“ war schon affengeil,
Zoe, das leckere Blätterteigbureki, mit Frischkäse gefüllt, ein Traum,
Noah, wir haben dein selbstverständliches und unaufgeregtes Navigieren genossen, auch deinen Willen, etwas zu wissen, und nochemal Jörg, du bist en Schatz, dass du uns vor der Haustür abgesetzt hast.
Es war schön mit euch an Bord der „Akina“. Wir haben ein unvergesslich großes Erlebnis am Ende unserer Überführungsreise gehabt - dies mitten in Offenbach,
dies am Fluss,
dies in bemerkenswerter Gesellschaft.
Verena und Tom

Summa summarum:
139 Betriebsstunden sind auf unserer Reise von Plaue nach Offenbach zusammengekommen,
1.5 bis 1.7 Liter Diesel haben wir pro Betriebsstunde auf den Kanälen verbraucht,
5 bis 6 Liter auf dem Rhein, und
54 Tage haben wir auf unserer Jeanneau Espace von 1984 gelebt.

SO IST DER RHEINSTROM OHNE FEHLE
DAS FAMILIENBAD DER DEUTSCHEN SEELE.